Legasthenie


Was ist Legasthenie?

Legasthenie (von lat. legere „lesen“ ) offiziell Lese- und Rechtschreibstörung, auch Lese-Rechtschreib-Störung, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten oder abgekürzt LRS genannt – ist die massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache (geschriebene Sprache). Legastheniker haben Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen in geschriebene Sprache und umgekehrt. Als Ursache werden eine genetische Disposition, Probleme bei der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung, bei der Verarbeitung von Sprache und vor allem bei der phonologischen Bewusstheit angenommen.

(Quelle Wikipedia)


Die Störung tritt isoliert und erwartungswidrig auf, das heißt, die schriftsprachlichen Probleme entstehen, ohne dass es eine plausible Erklärung wie generelle Minderbegabung oder unzureichende Beschulung gibt. Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie geht davon aus, dass in Deutschland 4 Prozent der Schüler von einer Legasthenie betroffen sind. Bei frühzeitiger Erkennung können die Probleme meist kompensiert werden; je später eine Therapie einsetzt, desto geringer sind in der Regel die erzielbaren Effekte.


Was ist der Unterschied zwischen Lese-Rechtschreibstörung und Lese-Rechtschreibschwäche?

Fachleute, Ärzte und teilweise auch die Bundesländer als Gesetzgeber der Legasthenie-Erlasse unterscheiden zwischen Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie) und Lese-Rechtschreibschwäche. Grundlage für diese Unterscheidung sind die voneinander abweichenden Ursachen sowie die voraussichtliche Dauer der Beeinträchtigung der Betroffenen.


Alle Kinder, die das Lesen und Schreiben erlernen, machen anfänglich die gleichen Fehler in verschieden starkem Ausmaß. Liegt keine Legasthenie vor, nehmen die Probleme rasch ab. Kinder mit Legasthenie machen die Fehler wesentlich häufiger und die Schwierigkeiten bleiben über einen längeren Zeitraum unverändert.


Anzeichen beim Lesen

  • Niedrige Lesegeschwindigkeit, häufiges Stocken, Verlieren der Zeile im Text, aber auch das Auslassen, Vertauschen oder Hinzufügen von Wörtern, Silben oder einzelnen Buchstaben sowie Schwierigkeiten bei Doppellauten.
  • Das Gelesene kann nur unzureichend wiedergegeben beziehungsweise in seiner Bedeutung eingeordnet werden.
  • Bei Fragen zum Inhalt wird oft allgemeines Wissen verwendet anstatt der Informationen aus dem Gelesenen.

Anzeichen beim Schreiben

  • Hohe Fehlerzahl bei Diktaten und abgeschriebenen Texten: Wörter werden teilweise nur in Bruchstücken und im selben Text mehrfach unterschiedlich falsch geschrieben.
  • Auffallend viele Fehler in der Grammatik und der Zeichensetzung sowie eine oft unleserliche Handschrift in unterschiedlicher Schriftgröße innerhalb eines Textes.

Probleme in anderen Fächern

  • Alle Schulfächer, in denen das Lesen und Schreiben angewandt werden muss, stellen Kinder mit Legasthenie vor erhebliche Schwierigkeiten.
  • So treten Lernprobleme zum Beispiel häufig in Fremdsprachen  oder in der Mathematik (hier vor allem bei Textaufgaben) auf.
  • Deutliche Schwierigkeiten in den grundlegenden Rechenarten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division können zudem Anzeichen für eine sogenannte komorbide Störung (Begleitstörung) sein.

(Quelle: Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie)

Sollten Sie solche Ursachen bei Ihrem Kind feststellen ist es ratsam eine ärztliche Untersuchung durchzuführen. Sprechen Sie uns an, wir können Sie hinsichtlich Fachmaterial zu den Teilleistungsstörungen Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS beraten, unterstützen und Empfehlungen diesbezüglich aussprechen.